Können Klänge Heimat beschreiben? Erzählen sie von einem Land, von einer Kultur? Wie  vertraut klingt das Fremde und wie fremd das Vertraute? Ausgestattet mit Aufnahmegerät, Kamera und Weltempfänger ist musiktheater bruit! mit der Transsibirischen Eisenbahn ins ferne Russland gereist, um zu erforschen, welche klangliche Identitäten den Orten und Dingen im Südural anhaften. Definieren geografische und kulturelle Grenzen auch Hörgrenzen? Im Ural ist bruit! auf Fossilien deutschen Liedguts gestoßen, auf stolz präsentierte Reliquien und Monumente vergangener Zeiten, auf russische Folklore und endlose Birkenwälder. Aus dem Rhythmus der Schienen, dem Klang der Matrjoschka-Glocken und dem Crescendo der russischen Seele komponiert das Musiktheaterensemble eine deutsch-russische Partitur. Sie singen mit den Kosaken um die Wette, lernen Russisch und kultivieren die erlebte Gastfreundschaft. bruit! interessiert die Grenze zwischen Sinn und Unsinn, zwischen komplexen Klängen und der Absurdität des Alltags. Im Taumel zwischen Klangräumen und Sprachflächen verdichtet bruit! das Erlebte und Gehörte in eine Performance, die die Grenzen zwischen Konzert, Installation und Theater aufhebt.

von und mit Jule Kerk, Karoline Kähler, Matthias Meyer, Marcus Thomas, Silke zum Eschenhoff, Franziska Riedmiller, Tina Pfurr, Volker M. Schmidt

Eine Produktion von musiktheater bruit! in Kooperation mit dem Ballhaus Ost

Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds

Mit freundlicher Unterstützung des Goethe Instituts Moskau, des Auswärtigen Amtes und der Robert-Bosch-Stiftung

Premiere 19.September, Ballhaus Ost

Foto: Dimi Anastasakis

#

26. August 2013